Sulawesi Tarsier, Tangkoko National Park
Dschungel,  Reiseerlebnisse,  Tiere Ost Indonesiens

Tangkoko National Park – Auge in Auge mit Äffchen, Vögeln und Taranteln

Unsere erste Sulawesi-Reise führte uns u.a. in den Tangkoko Nationalpark. Der Tangkoko National Park befindet sich im nördlichsten Zipfel der viertgrößten Insel des Archipels und ist am besten per Anflug auf die Metropole Manado zu erreichen. Auch wir haben diesen Einstieg genommen. 

Von Manados Sam Ratulangi Flughafen aus braucht es etwa 2 Stunden bis zum Tangkoko Nationalpark, für den wir leider nur einen halben Tag eingeplant hatten. Da verschiedene Tiere dort eher um die Zeit der Dämmerung herum aktiv sind, hatten wir unsere Tour für den späteren Nachmittag organisiert. Um ohne unnötige Umwege dorthin zu gelangen, hatten wir einen Tour Guide engagiert, der uns nicht nur bis zum Parkeingang brachte, sondern auch auf uns wartete, um uns im Anschluss in unsere Unterkunft zu bringen.

Am Parkeingang zahlt man -wie für so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten in Indonesien- zunächst seinen Eintritt und bekommt alsdann einen Park-Guide/ Ranger zugewiesen. Bevor es nun mit der eigentlichen Dschungeltour losging, war es unserem Ranger wichtig von uns zu erfahren, welche Tiere wir unbedingt alle sehen wollten. Da wir uns sprachlich nicht so gut miteinander verständigen konnten, hatte er -offensichtlich aus Erfahrung- eine Art Bilderbuch bei sich, was es uns einfach machte, unsere Wünsche zu äußern. Und dann ging’s auch schon los.

Auf Äffchensuche im Tangkoko Dschungel

Ein kurzer Fußweg und dann hinein ins Dschungeldickicht, durch unwegsames Gelände zunächst auf der Suche nach dem im Tangkoko National Park beheimateten schwarzen Schopfaffen. Der auch unter der Bezeichnung Macaca Nigra bekannte Affe gehört zu den endemischen Tierarten Sulawesis und ist nur im nördlichen Zipfel dieser Insel sowie ein paar wenigen kleinen weiteren Inseln zu finden. Wenngleich die Ranger mit den Gepflogenheiten der Tiere im Park vertraut sind, so lässt sich dennoch ihre Aktivität nicht vorhersagen. Entsprechend ausschweifend und durchaus auch etwas anstrengend ob des unwegsamen Geländes waren unsere Wanderungen auf der Suche nach unserem ersten Fotomotiv. Schließlich hatten wir Glück und eine Affenfamilie kreuzte unseren Weg. Es war jedoch nicht einfach die behänden Klettertiere vor die Kamera zu bekommen, denn die offensichtlich etwas foto-scheue Truppe verschwand immer wieder zwischen den Baumwipfeln. Auf unserer ‚Verfolgungsjagd‘ gewissermaßen in die Quere kommend trafen wir jedoch auf einen weiteren Foto-Kandidaten, den auf Sulawesi beheimateten Kuskus. Zwar weniger schnell, aber dafür hoch in den Bäumen sitzend, ist auch hier für ein gutes Foto etwas Geschick und eine gute Kamera gefragt.

Geheimnisvolle Helmhornvögel in der Dämmerung

Da die Dämmerung bald anstand, und wir mit unserer Wunschliste noch nicht sonderlich fortgeschritten waren, verabschiedeten wir uns von der Affenfamilie und begaben uns als nächstes auf die Suche nach den auf Sulawesi beheimateten eindrucksvollen Helmhornvögeln, die mit ihrer Größe von 70-80 cm und ihrem lauten Flügelschlag und spezifischem Ruf kaum zu übersehen und -hören sind. Wir hatten Glück; ein Vogelpaar liess sich zwischen den Baumwipfeln blicken und zeigte sich bereit für ein paar Aufnahmen.

Begegnungen mit Tarsier Äffchen und Taranteln

Doch dann ging’s auch schon weiter, denn das eigentliche Highlight stand noch aus: wir wollten auch noch die kleinsten Äffchen der Welt sehen – die Sulawesi Tarsier. Tagsüber versteckt in kleinen Baumhöhlen werden die unglaublich agilen Miniaffen mit der Dämmerung so richtig aktiv. Es war nicht schwer, die kleinen Kobolde zu finden, ein scharfes Bild von ihnen zu bekommen schon. Ganz im Gegensatz dazu fand sich in unmittelbarer Nachbarschaft -einem Standbild gleich- auf einem Baumstamm sitzend eine große Tarantel, die ganz offensichtlich und mit einiger Beharrlichkeit auf etwas zu warten schien (hoffentlich nicht auf uns).

Alles im allem lässt sich sagen, dass wir unsere wesentlichsten Highlights tatsächlich auch zu Gesicht bekommen haben. Allerdings fühlte sich alles schon etwas knapp bemessen an. Gerne hätten wir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Zeit gehabt, nicht nur wegen der limitierten Foto-Optionen…nun denn. Beim nächsten Mal würden wir zumindest eine Übernachtung einplanen, um das Gefühl von Eile ablegen und pures Dschungel-Feeling genießen zu können.