Sulawesi-Toraja

Tana Toraja, das Land der Toraja, ist die Heimat von mehr als einer Viertelmillion Menschen. Die indigene Volksgruppe, die für ihre außergewöhnlichen Beerdigungsrituale bekannt ist, bewohnt das zentrale Hochland im linken ‚Arm‘ der Insel Sulawesi. Während sich die Toraja über die Zeit hinweg mehrheitlich zum Christentum bekannt haben, ist ihr Brauchtum bis heute in starkem Maße von ihren früheren spirituell-religiösen Vorstellungen geprägt, was ganz besonders in ihrem Glauben an die Kraft der Ahnen zum Ausdruck kommt und ihren Ahnenkult für Außenstehende zu einer einzigartigen kulturellen Erfahrung werden lässt.

Neben ihrem eindrucksvollen Brauchtum heben sich die Toraja auch in ihrer Architektur von anderen Volksgruppen ab. So ist ihr Baustil unverkennbar, denn ihre reich mit Ornamenten und Büffelhorn dekorierten Häuser machen durch ihre auffälligen Dachkonstruktionen bereits von weitem auf sich aufmerksam. Komplett aus Holz und ohne Nagel werden die Toraja Häuser typischer Weise erbaut. Aus mehreren Bambusschichten bestehend, ähneln die imposanten, an den Enden ausladend nach oben geschwungenen Dächer ihrer Form nach einem Boot, was sie zu einem Landmark der Region und ihrer Bewohner werden ließ.

Sehenswertes

Toraja Hochland
Von Süden aus Richtung Makassar kommend markiert nicht nur ein imposantes Tor den Eingang ins Reich der Toraja, sondern auch eine aus hohen Kalksteinfelsen geformte eindrucksvolle Berglandschaft, die das Hochplateau und insoweit die Heimat dieser Volksgruppe umschliesst.
Landschaft
Eingebettet in ein reizvolles Panorama aus Bergen und Reisterrassen finden sich pittoreske Dörfer, die darauf warten, erkundet zu werden und von unterwegs immer wieder wundervolle Ausblicke bieten.
Locals
Den Toraja ist es trotz Missionierung gelungen, ihre religiösen und sozialen Traditionen über Jahrhunderte hinweg zu bewahren, so dass bis heute in den einzelnen Gebieten innerhalb der Region Unterschiede hinsichtlich Sprache, Sozialstrukturen, Religion und landwirtschaftlicher Praktiken bestehen.
Traditionelle Dörfer
In einem traditionellen Dorf stellen ausgefallene Dachformen nicht die einzige Besonderheit dar. So deutet z.B. die Anzahl der an den vorderen Stützbalken eines Hauses befestigten Büffelhörner auf den Wohlstand und sozialen Status des Eigentümers hin. Dies gilt ebenso für reich verzierte Wände mit geschnitzten Ornamenten in den typischen Toraja-Farben schwarz, weiß, rot und gelb.
Dorfleben
Das Leben in einem Toraja-Dorf ist beschaulich. Während die Dorfgemeinschaft sich typischerweise aus den Mitgliedern einer Großfamilie zusammensetzt, kommen jedem einzelnen auch zahlreiche Verpflichtungen zu. Insbesondere die Zuteilung individueller Beiträge zu Ritualen und Opfergaben kann die nach außen hin präsente Harmonie durchaus ins Wanken bringen.
Lokaler Glaube
Im Glauben der Torajas stellt das Erdenleben nur einen Übergang dar, während das Jenseits von größerer Bedeutung ist. Verstirbt ein Angehöriger, so verlässt lediglich die Seele den Körper, verbleibt jedoch bis zur Beerdigung in der näheren Umgebung. Solange gilt das Familienmitglied als ‚krank‘ oder ’schlafend‘ und ist weiterhin Teil der Hausgemeinschaft, oft für viele Jahre.
Beerdigungszeremonie
Eine Beerdigungszeremonie besteht aus zahlreichen Ritualen und kann sich daher über mehrere Tage erstrecken und auch hunderte Gäste umfassen. Ebenfalls Bestandteil dieser Zeremonie ist es, den oft reich verzierten Sarg mit dem Verstorbenen auf einer extra für diesen Anlass errichteten erhöhten Plattform aufzubahren.
Felsengräber
Erst nach Abschluss der Beerdigungszeremonie gilt die schlafende bzw. kranke Person als verstorben und der Sarg wird in einem hochgelegenen von Hand gehauenen Felsengrab beigesetzt.
Ahnenkult
Nach dem Glauben der Torajas können Gegenstände des irdischen Lebens mit ins Jenseits genommen werden. Daher wurden den Toten in der Vergangenheit oftmals sehr kostbare Dinge mit ins Grab gegeben. Nach außen hin wird der Verstorbene von einer Holzfigur, einer so genannten Tau-Tau, repräsentiert, in der sich nun die Seele befindet.
Rituale
In der Toraja-Kultur spielen Wasserbüffel eine zentrale Rolle, denn sie gelten als Statussymbol und sind Bestandteil vieler Rituale. Je höher der Status einer Person, umso mehr Büffel müssen z.B. bei deren Beerdigung geopfert werden, was ein solches Ereignis allein schon aus diesem Grund extrem teuer werden lässt.

Anreise nach Sulawesi-Toraja

Singapur – Makassar (Sulawesi) ….> ….SilkAir 3 Std.
Jakarta (Java) – Makassar (Sulawesi) ….> ….Garuda, LionAir, Sriwijaya, Batik, Citilink 2 ¼ Std.

... auf der Landkarte ...

Indonesien östlich der Wallace Linie